Das Open-Innovation-Forschungs-Cluster

für NE-Metalle an der RWTH Aachen University

Projekt 8

Prüfung der Anfälligkeit von 6000er Aluminiumlegierungen für interkristalline Korrosion

Projektziel

Die wärmebehandelbaren Legierungen der 6000er Serie, mit Mg und Si als Hauptlegierungselemente, zeichnen sich durch gute Umformbarkeit, mittlere Festigkeit und generell gute Korrosionsbeständigkeit aus. Allerdings können diese Legierungen in Folge ungeeigneter Wärmebehandlungen oder durch unzureichendes Legierungsdesign Anfälligkeit für interkristalline Korrosion (IK) aufweisen.

In Europa zählt die Prüfnorm DIN EN ISO 11846 Verfahren B zu den am häufigsten angewandten Prüfmethoden, um die Anfälligkeit von Aluminiumlegierungen für IK zu bewerten. Bei diesem Verfahren wird die Probe für 24 Stunden in eine wässrige Lösung bestehend aus 30 g/l NaCl und 10 ml/l konzentrierter Salzsäure getaucht und anschließend die maximale Eindringtiefe im Querschnitt gemessen. Für die Automobilindustrie sowie ihre Zulieferer haben die auf diese Weise gewonnenen Werte eine große Bedeutung, um die Anfälligkeit für IK zu bewerten. Allerdings konnten Ringversuche des Projektkonsortiums die starke Abhängigkeit der Versuchsergebnisse von geringen Parametervariationen darstellen. Insbesondere die unzureichend spezifizierten Versuchsparameter, die große Variationen in der Versuchsdurchführung zulassen, können zu einer schlechten Reproduzierbarkeit und Aussagefähigkeit der Versuchsergebnisse führen.

Des Weiteren ist die Korrelation der Versuchsergebnisse von Kurzzeit-Prüfungen mit den Schadensfällen, die unter realen Betriebsbedingungen auftreten, nur begrenzt gegeben. Klimawechseltests, die breiten Einsatz in der Automobilindustrie finden, führen beispielsweise zu deutlich anderen Korrosionserscheinungen als beschleunigte IK-Prüfungen.

Im Rahmen des AMAP-Projekts „INTERaCT“ werden verschiedene, bestehende Korrosionsprüfverfahren systematisch untersucht, und deren Eignung für die Bewertung der IK-Anfälligkeit von 6000er Aluminiumlegierungen bewertet. Die Untersuchungen zielen schwerpunktmäßig auf den Vergleich von beschleunigten Korrosionsprüfungen mit „in-service“ Korrosionsprüfungen ab, um schließlich alle Anforderungen an einen die Realität abbildenden beschleunigten Korrosionstest zu erfassen.